„Wir schaffen damit Spielraum für stabile, in Teilbereichen sogar sinkende Abfallgebühren“, so Umweltverbandsobmann Bgm. Rainer Siegele.
Obmann Bgm. Rainer Siegele und sein Stellvertreter Bgm. Hans-Dieter Grabher seitens des Umweltverbandes und die beiden Geschäftsführer der Fa. Häusle, Mag. Martin Bösch und Wieland Hofer für das beauftragte Entsorgungsunternehmen Häusle, unterzeichneten heute drei mehrjährige Verträge für die Behandlung von Siedlungsabfällen aus den Vorarlberger Gemeinden.
• Der Bioabfallvertrag läuft zehn Jahre und sieht die Behandlung/Vergärung von rund 9.000 to Material vor. Das Entgelt dafür reduziert sich als Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung von bisher 137 Euro auf 74 Euro pro Tonne, das bedeutet eine jährliche Entlastung in der Höhe von 750.000 Euro für die Gemeinden.
• Ein großer Anteil des in Vorarlbergs Gemeinden gesammelten Grünschnitt wird als Strukturmaterial für die Behandlung von Klärschlamm und Bioabfällen weitergenutzt. Der neue Vertrag läuft drei Jahre. Das Behandlungsentgelt bleibt nach der Ausschreibung auf dem bisherigen Niveau.
• Der Vertrag über die Vorbehandlung von Restabfall wurde neu auf fünf Jahre abgeschlossen. Basis dafür ist die gesetzliche Einzugsgebietsregelung, d.h. die Andienungspflicht an die Fa. Häusle. Der faktische „Verzicht“ auf eine Indexanpassung bringt den Gemeinden rund 300.000 Euro pro Jahr. „Damit sollte es möglich sein, die Restabfalltarife in gleicher Höhe zu halten“, so Rainer Siegele. In Vorarlbergs Haushalten fallen jährlich rund 30.000 to Rest- und Sperrmüll an. Nach der Sammlung in den Gemeinden wird noch ein geringer Anteil an Altstoffen aussortiert, der Rest wird getrocknet und in der Kehrrichtverbrennungsanlage Buchs/CH thermisch verwertet. Dabei werden Wärme und Strom erzeugt.
Arbeitsschwerpunkt: Mehr Service beim Abfalltrennen
Nächster Arbeitsschwerpunkt ist es, parallel zu günstigeren Abfallbehandlungstarifen die Servicequalität für die Bürger weiter zu verbessern. Gemeinden, Land, Umweltverband und Fa. Häusle sind sich einig, dass dies nicht über die „Ein Sack-Lösung“ funktionieren kann. „Abfälle und Wertstoffe gezielt getrennt zu sammeln, macht einfach Sinn“, betont Umweltverbandsobmann Bgm. Rainer Siegele. „Es leuchtet ein, dass ein Haushalt für jene Aufgaben, die er selbst erledigt, nicht separat bezahlen muss.“ Neben dem dadurch erreichten Kostenvorteil sprechen auch ökologische und gesellschaftliche Aspekte für das Abfalltrennen: „Wer Abfall trennt, ist auch sensibler für andere Umweltanforderungen“, so Siegele.
Standorte für Altstoffsammelzentren werden geprüft
Als ein Lösungsansatz für mehr Service werden u.a. in den Regionen Vorderwald, Blumenegg, Vorderland und in der Region amKumma Rahmenbedingungen geprüft, gemeindeübergreifend und gemeinsam die Altstoffsammlung zu optimieren. Altstoffsammelzentren bieten den Bürgern die Möglichkeit, während großzügiger Öffnungszeiten sämtliche Wertstoffe und sonstige spezifische Abfälle abzugeben. Dabei werden sie vom Fachpersonal der Gemeinde beratend unterstützt. Rainer Siegele: „Altstoffsammelzentren haben sich in allen anderen österreichischen Bundesländern seit vielen Jahren etabliert und bewähren sich in Zeiten höherer Rohstofferlöse ganz besonders. Die Bürger ersparen sich das Warten auf den nächsten Sammeltermin und haben eine zentrale, betreute Servicestelle für alle Fragen rund um Abfall und Wertstoffe. Gleichzeitig fallen unattraktive Sammelinseln und unbrauchbare, weil verunreinigte Wertstoffsammlungen weg.“
Auszeichnung für Vorarlberger Weg: Abfallwirtschaftspreis „Phönix 2008“
Der Vorarlberger Weg in der Abfallwirtschaft ist ein ausgezeichneter: Generalsekretär SC DI DDr. Reinhard Mang vom Lebensministerium überreichte dem Umweltverband im Mai den Innovationspreis "Phönix 2008 – Einfall statt Abfall“. Mit dem Sonderpreis für kommunale Einreichungen wurde das Projekt "Optimierung der kommunalen Abfalllogistik in Vorarlberg" prämiert. Der Umweltverband und das Forschungszentrum für Prozess- und Produkt-Engineering der Fachhochschule Vorarlberg haben ein Simulationsmodell entwickelt, das den Vergleich und die Optimierung des bestehenden Abfallsammelsystems möglich macht. Auch die Auswirkungen geplanter Systemänderungen auf Verkehr, Kosten und Klimarelevanz können ohne aufwändige Messungen oder Versuche im Vorfeld betrachtet werden. „Die so mögliche Berechnung der effizientesten Route für die Sammelfahrzeuge ist ein Meilenstein in der Abfalllogistik“, so Dr. Thomas Steinberger, Fachhochschule Vorarlberg.
Bild: v.l. Dir. Alfred Weidlich (stv. Obmann der ARGE der österreichischen Abfallverbände , Herbert Koschier (Umweltverband), Generalsekretär SC DI
DDr. Reinhard Mang (Lebensministerium)
Weitere Infos gern bei
Bgm. Rainer Siegele
Obmann Vorarlberger Umweltverband
Gemeinde Mäder, 6840 Mäder
05523/52860-12, r.siegele@maeder.at