Wer im eigenen Garten kompostiert, reduziert nicht nur die Abfallberge, sondern schafft sich auch seinen eigenen Dünger und Bodenverbesserer. Verschiedene Partner unterstützen jetzt gemeinsam beim richtigen Kompostieren: Unter anderem mit einer neuen Kompostfibel, einem neuen Infofolder und einem landesweiten Kursangebot.

„Guter Kompost ist im Garten Gold wert“, weiß Renate Moosbrugger, stellvertretende Obfrau von OGV Obst- und Gartenkultur Vorarlberg. Wer selbst kompostiert, schafft sich seinen eigenen Dünger – kostenlos und von bester Qualität. Guter Kompost wirkt mehrfach positiv: Er stellt den Pflanzen dauerhaft Nährstoffe zur Verfügung, verbessert Wasserspeicherfähigkeit und Luftdurchlässigkeit des Bodens und kann Schadstoffe binden. „Ein naturnaher Garten – wie unser Schaugarten beim OGV-Schopf in Wolfurt – ist ohne Kompost ganz einfach nicht denkbar“, so Moosbrugger.

Bioabfälle am richtigen Platz

„Das richtige Kompostieren im Garten ist ein optimaler Weg für unsere Bioabfälle“, erklärt Landesrat Johannes Rauch, in der Vorarlberger Landesregierung unter anderem für Umwelt und Abfall zuständig. Stoffkreisläufe schließen sich auf kurzem Weg, Transportwege fallen weg. Für Rauch ist dabei eines wichtig: „Bioabfälle, die man nicht auf dem Kompost haben will, bitte unbedingt in die kommunale Biabfallsammlung geben – und zwar ohne Plastik und andere Störstoffe!“ Der Grund: Vorarlbergs Abfallwirtschaft wird aktuell durch zu hohe Bioanteile im Restabfall und durch Fremdstoffe in der Bioabfallsammlung belastet.

Richtig kompostieren – neue Helfer zeigen, wie’s geht

Auch beim Kompostieren gilt: Auf die richtige Technik kommt es an. Land Vorarlberg, Landwirtschaftskammer, Ländliches Fortbildungsinstitut (LFI), Umweltverband und Obst- und Gartenkultur Vorarlberg haben daher gemeinsam zwei „Helfer“ zum richtigen Kompostieren im Hausgarten herausgegeben:

  • eine ausführliche Fibel mit detaillierten Tipps und Infos, die auch als Kursunterlage dient. Sie ist für TeilnehmerInnen gratis und zusätzlich online unter umweltv.at abrufbar (Stichwort Kompost).
  • einen kompakten Folder mit den wichtigsten Grundlagen, er ist kostenlos bei den Gemeinden erhältlich.

Zusätzlich werden verstärkt Kompostierkurse angeboten – allein dieses Frühjahr stehen über zehn davon im Kalender auf umweltv.at. In den Kursen vermitteln die ExpertInnen neben den theoretischen Grundlagen auch ganz praktisches Wissen.

Praktischer Rat von ExpertInnen

Was darf alles auf den Kompost? Wie und wo kompostiere ich richtig? Wie funktioniert das Kompostieren eigentlich? Welche Form ist die richtige für mich? Diese und viele andere Fragen werden in den ansprechend gestalteten neuen Unterlagen und in den Kursen übersichtlich und kompetent geklärt. „Es ist für Landwirtschaftskammer und LFI ein großes Anliegen, Wissen aus dem bäuerlichen Themenumfeld weiterzugeben“, erklärt Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann. „Darunter findet sich viel Wertvolles, das für unsere Vorfahren noch ganz selbstverständlich war – genauso aber auch neueste Erkenntnisse.“

Großes Interesse an Kompostierkursen und Informationen

Dass das gut ankommt, kann Bgm. Rainer Siegele, Obmann des Umweltverbandes, nur bestätigen: „Das Interesse an Unterlagen, Veranstaltungen und Kursen zum Thema Kompostieren ist groß“. 5.600 Kompostierfibeln und knapp 10.000 Folder wurden bereits an Interessierte und Verteilstellen ausgegeben. Ein praktischer Tipp von Bürgermeister Siegele: „Auch wenn ein gut betreuter Kompost praktisch nicht riecht: Bitte an die Nachbarn denken – niemand freut sich, wenn er einen Kompostplatz direkt vor der eigenen Freiluft-Sitzecke hat.“

Kompostieren geht auch ohne Garten

Wer keinen Garten zur Verfügung hat, kann trotzdem kompostieren: Eine Wurmkompostkiste hat in jeder Wohnung und auf jedem Balkon Platz. Kindergarten-gruppen und Schulklassen können das ab Herbst 2017 über Initiative des Landes ganz praktisch probieren, Details dazu stehen im Juni 2017 fest. Mehr Infos zum Kompostieren für die Kleinsten gibt es auch auf der Webseite des Landes Vorarlberg (www.vorarlberg.at/rikki/newsletter).

Kreisläufe im eigenen Garten schließen

Auch wenn man sich den Grundsatz „Verwenden statt Verschwenden“ sehr zu Herzen nimmt, kommt es vor, dass Lebensmittel im Haushalt verderben. „Dann ist Kompostieren eine hervorragende Lösung“, so der u.a. für Landwirtschaft zuständige Landesrat Erich Schwärzler. „Es entsteht wertvolle Erde, in der wieder gesunde Lebensmittel wachsen – der Kreislauf der Natur wird vor unseren Augen, im eigenen Garten geschlossen.“ Das ist auch ganz im Sinne der Landwirtschafts-strategie 2020 „Ökoland Vorarlberg – regional und fair“: Regionale, hochwertige Lebensmittel und Sensibilität sind hier wichtige Themen.

 

In Kürzestform: Richtig kompostieren im Hausgarten

  1. Trockene und grüne Gartenabfälle, luftdicht gelagerte Küchenabfälle, Gesteinsmehl, Mist, alte Komposterde, Rasen- und Strauchschnitt abwechselnd auf naturbelassenem Boden aufschichten. Zwischendurch bewässern, am Schluss mit Vlies abdecken.
  2. In der ersten Woche täglich, in der zweiten Woche alle zwei Tage und in der dritten Woche alle drei bis vier Tage umsetzen. Danach sporadisch.
  3. Der Kompost ist nach zirka acht Wochen reif, wenn die auf einer Probe ausgesäte Kresse keimt.

Mehr Infos dazu auf umweltv.at, in den neuen Unterlagen und in den Kompostierkursen!

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