Elektrisch unterwegs am BauhofAbfalleimer entleeren, Infrastruktur und Gartenanlagen betreuen oder Transporte erledigen: Dabei können neuartige, elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge gute Dienste leisten. Vorarlbergs Gemeinden prüfen derzeit, wie sich ein kleiner Elektro-LKW im praktischen Einsatz bewährt. Der erste Eindruck: Die Alltagstauglichkeit ist gegeben – und es gibt etliche Situationen, in denen das E-Fahrzeug seine Stärken ausspielen kann. Umfassende Informationen dazu gab es bei einer Veranstaltung am 20. Nov. in Ludesch. Siehe auch www.umweltverband.at

Wie sich ein Elektro-Lastkraftwagen in der Praxis bewährt, können Vorarlberger Gemeinden derzeit im wahrsten Sinn des Wortes selbst erfahren. Das Land stellt dafür einen rein elektrisch angetriebenen Klein-LKW mit Pritsche zur Verfügung, der vor Ort in der Gemeinde auf Herz und Nieren getestet werden kann. Die Praxistests werden wissenschaftlich begleitet, um aussagekräftige Vergleichsinformationen zu erhalten.

Elektrisch angetriebener LKW im direkten Praxisvergleich

Bregenz, Dornbirn und Bludesch hatten das E-Fahrzeug bereits im Testeinsatz, derzeit ist es in Schruns unterwegs. „Der direkte Vergleich bei Aufgaben im Alltag zeigt, wo solche Elektrofahrzeuge ihre Stärken ausspielen können“, so der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart. „Es macht auf jeden Fall Sinn, bei Fahrzeug-Anschaffungen alle Optionen zu prüfen und nachhaltige Kriterien anzusetzen.“

In Dornbirn wurde das Testfahrzeug u.a. bei der Betreuung der Altstoffsammelinseln eingesetzt. „Die Alltagstauglichkeit ist gegeben“, erläutert Manfred Zündel vom Amt der Stadt Dornbirn. „Zudem können die Nutzfahrzeuge am Markt je nach Wunsch ausgestattet werden. Für unsere Einsatzzwecke wäre ein Hochkipper ideal.“

Feine Torten ohne Lärm und Abgas unterwegs

Schon jahrzehntelang ist Rainer Troy, Gastronom und Konditor in der Bregenzer Innenstadt, elektrisch unterwegs. Er setzt sein Elektrofahrzeug u.a. für den Transport von Lebensmitteln ein, auch Torten sind damit umwelt- und klimafreundlich auf dem Weg. „Für die Innenstadtbereiche und unsere kurzen Wege ist das leise und wendige Fahrzeug ideal“, zieht Troy eine zufriedene Bilanz.

Elektromobilität richtig einsetzen und Klima schützen

Das Land Vorarlberg hat sich in den „101 enkeltauglichen Maßnahmen“ ein ehrgeiziges Ausbauziel im Bereich Elektromobilität gesetzt. „Elektrisch angetriebene Fahrzeuge am richtigen Platz und optimal eingesetzt helfen, unsere engagierten Ziele in der Energieautonomie und im Klima- und Ressourcenschutz zu erreichen“, skizziert Landesrat Erich Schwärzler den Rahmen.

Nutzfahrzeuge am Bauhof passen in dieses Schema und ergänzen das Angebot der VLOTTE. „Bauhof-Fahrzeuge sind nahezu täglich unterwegs – und das in der Regel auf Distanzen, für die eine Batterieladung reicht“, so Bgm. Rainer Siegele, Obmann des Umweltverbandes. „Bei diesen Elektro-Nutzfahrzeugen kommen zudem Batterie-Systeme zum Einsatz, die z.B. in Staplern schon lange Standard sind. Damit sind Zuverlässigkeit und Wartung gewährleistet.“ Zusätzliche Potenziale ergeben sich zum Beispiel auch in der Kombination von Elektrofahrzeugen mit kommunalen Photovoltaik- oder anderen Ökostrom-Anlagen.

Weitere Gemeinden für Praxistests gesucht

Land Vorarlberg und Umweltverband werden gemeinsam mit der VLOTTE und anderen Partnern den Einsatz von Elektromobilität im Bereich der Nutzfahrzeuge möglichst erleichtern. Konkrete Beiträge dazu sind u.a. eine aktuelle Marktübersicht, detaillierte neutrale Informationen und Berechnungen oder die Möglichkeit für weitere Praxistests in Gemeinden. „Gemeinden und andere öffentliche Stellen sind auch in diesem Thema Vorbild und Marktgestalter“, laden Landesrat Erich Schwärzler und Obmann Rainer Siegele ein, die Angebote zu nutzen. Ansprechpartner für Interessierte ist der Umweltverband (05572/55450, www.umweltverband.at).

Infoveranstaltung am 20. Nov. 2014 in Ludesch

Am Donnersta, den 20. Nov. 2014, 14.00 Uhr, gaben VertreterInnen jener Gemeinden, die bereits einen Praxistest mit dem E-LKW absolviert haben, bei einer Infoveranstaltung in Ludesch ihre Erfahrungen weiter. Zusätzlich konnten sich die BesucherInnen ein Bild über das Angebot an elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen am Markt machen. „Erfahrungsberichte, die Ausstellung von elektrischen Nutz-Fahrzeugen oder Ladestationen und die Möglichkeit zur Probefahrt helfen, Entscheidungen für die eigene Gemeinde oder das eigene Unternehmen vorzubereiten“, erläutert Bgm. Rainer Siegele den Zweck der Veranstaltung.

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