Pilotversuch mit biologisch abbaubaren Bioabfallsäcken in neun Vorarlberger Gemeinden

 

 

300 Haushalte in neun Vorarlberger Gemeinden sind in den kommenden Wochen eingeladen, ihren Bioabfall in Stärke- statt in Plastiksäcken zu sammeln. Dieser Pilotversuch von Umweltverband und Gemeinden soll Informationen dazu liefern, wie sich der Kunststoffanteil im Bioabfall reduzieren lässt – auch mit sinnvollen Alternativen zum gewohnten Kunststoff-Sammelsack.

 

Vermeiden, wiederverwenden, richtig entsorgen – das ist der Vorarlberger Weg in der Abfallwirtschaft. Umweltverband und neun Vorarlberger Gemeinden statten daher jetzt 300 Haushalte mit biologisch abbaubaren Bioabfallsäcken aus Stärke aus. Sie sind eingeladen, für mehrere Wochen den neuen Sammelsack in der Praxis zu testen. Der Versuch soll wertvolle Informationen über Akzeptanz und Funktionalität neuer Möglichkeiten liefern, um den Kunststoffanteil im Bioabfall zu reduzieren. Die getesteten Stärkesäcke könnten etwa ein Ersatz für die derzeit üblichen grünen Kunststoffsäcke sein, sie sind vollständig biologisch abbaubar. „Das bedeutet, sie werden in natürlichen Prozessen komplett zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut, sollten sie unerwünscht in der Natur landen“, erläutert Rainer Siegele, Obmann des Umweltverbandes. „Die Europäische Norm EN 13432 ist dafür ein sicherer Garant.“

 

Aus Erfahrungen lernen

Die BürgerInnen in den Testhaushalten sind eingeladen, ihre Erfahrungen und Eindrücke rückzumelden. Dies kann einfach, bequem und kostenlos online oder per Rückmeldebogen erfolgen. „Das hilft den Gemeinden dabei, möglichst ideale Voraussetzungen für den zukünftigen Einsatz von Säcken aus biologisch abbaubarem Material in der Bioabfallsammlung zu schaffen“, erläutert Bgm. Rainer Siegele. Für die NutzerInnen entsteht durch den Pilotversuch kein Mehraufwand. Ganz im Gegenteil: Als kleines Dankeschön für besseres Abfalltrennen und weniger Stör- und Fremdstoffe wird der Bioabfall der teilnehmenden Haushalte während des Testzeitraums kostenlos abgeholt.

 

 

 

Plastik als (un)sichtbare Gefahr: 13 Prozent-Anteil im Vorarlberger Bioabfall

Trotz hoher Trennmoral findet sich auch im Vorarlberger Bioabfall noch immer viel zu viel Plastik: Laut aktuellen Untersuchungen sind es 13 Prozent. Da keine Anlage alle Fehlwürfe sicher aussortieren kann, gelangen diese Plastikteile über die Gärreste aus der Bioabfallverwertung auf unseren kostbaren Boden, wo sie zu Mikroplastik zerfallen. Konkrete Folgen auf die Gesundheit sind derzeit noch wenig erforscht, negative Auswirkungen werden jedoch vermutet. Klar ist: Schon jetzt befinden sich die kleinen Kunststoffteilchen in unserem Körper – Tendenz leider steigend.

 

Auf verschiedenen Wegen Kunststoff reduzieren

Vorarlbergs Gemeinden und verschiedene Institutionen setzen aktuell verschiedene Schwerpunkte, um den Plastikanteil zu reduzieren. Neben dem Pilotversuch mit Stärkesäcken für die Sammlung im Haushalt werden bald in 37 Gemeinden die Biotonnen gewaschen, damit werden keine Kunststoff-Einlegesäcke mehr benötigt. Auch wenn das nur in der frostfreien Zeit möglich ist: Pro Jahr werden damit rund 70.000 große Plastiksäcke eingespart und müssen nicht bei der Bioabfall-Verwertung aussortiert werden.

 

Das Angebot von „ghörig feschta“ unterstützt nachhaltige Veranstaltungen, hier ist etwa der Verzicht auf Einweg-Geschirr ein wesentliches Thema. Auch hat sich die Verbandsversammlung des Umweltverbandes im vergangenen Jahr für ein Pfandsystem auf Einweg-Verpackungen ausgesprochen.

 

Rückenwind erhalten diese Bemühungen auch von neuen Vorgaben auf europäischer und nationaler Ebene: Bekanntlich dürfen ab 2020 Einweg-Plastiktaschen nicht mehr in Verkehr gebracht werden, auch Einwegbesteck/-geschirr und ähnliche Artikel aus Plastik werden Schritt für Schritt vom Markt genommen.

 

„Insgesamt ist es eine große gemeinsame Aufgabe, Plastik im Alltag zu reduzieren bzw. nach Möglichkeit zu vermeiden“, appelliert Rainer Siegele. „Arbeiten wir gemeinsam daran!“

 

 

Einfache Tipps für den Alltag, um den Plastikverbrauch zu reduzieren

  • Leitungswasser trinken
  • Gemüse und Obst ohne Plastikverpackung kaufen
  • Einkaufstaschen öfters verwenden
  • Mehrweg-Behältnisse nutzen, z.B. Jausenbox statt Kunststoff- oder Alufolie, Trinkflasche, Coffee-to-go-Mehrweg-Becher

 

Weitere Tipps unter www.abfallv.at/abfall-vermeiden/tipps/

 

 

 

Weitere Informationen:

Jürgen Ulmer, Umweltverband (+43 5572 55450-1013, j.ulmer@gemeindehaus.at).

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