Attraktive Alternativen zur Fahrt mit dem eigenen Auto: Daran arbeiten die sechs plan b-Gemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Schwarzach und Wolfurt seit langem, in verschiedenen Bereichen auch gemeinsam mit der Marktgemeinde Lustenau. Mit dem kontinuierlichen Ausbau der Infrastruktur, mit einem Testpaket für eCar-sharing und mit gezielten Impulsen wird das umfassende Angebot für bewusste Mobilität in der Region laufend ausgebaut – zum Vorteil von Mensch, Umwelt und Wirtschaft. Ein vom Österreichischen Klima- und Energiefonds gefördertes regionales Klimawandelanpassungs-Konzept wird dafür bis Jahresende ergänzende Inhalte liefern.

Wie wir unterwegs sind, hat erhebliche Auswirkungen. Denn laut Vorarlberger Verkehrs-verhaltensbefragung KONTIV 2018 legt jede und jeder der 91.000 EinwohnerInnen von Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Lustenau, Schwarzach und Wolfurt an einem Werktag durchschnittlich 3,2 Wege mit je 9,3 Kilometer Länge zurück. Das summiert sich zu täglich rund 2,7 Mio. Kilometer.

Hoher Handlungsbedarf bei Mobilität und Verkehr

„Der Handlungsbedarf bei Mobilität und Verkehr ist hoch. Das zeigt sich in persönlichen Gesprächen, bei Bürgerveranstaltungen und bei Genehmigungsverfahren genauso wie bei Klimazielen und Energie“, berichten die Bürgermeister bzw. die Vizebürgermeisterin der plan b-Gemeinden Sandra Schoch (Bregenz), Harald Köhlmeier (Hard), Peter Halder (Kennelbach), Elmar Rhomberg (Lauterach), Thomas Schierle (Schwarzach) und Christian Natter (Wolfurt) von ihren Erfahrungen im Alltag. Die Region kann hier auf einer guten Basis aufbauen, seit mehr als einem Jahrzehnt legen die sechs Gemeinden gemeinsam den „roten Teppich für bewusste Mobilität“ aus. Infrastruktur und Angebot werden konsequent ausgebaut, gezielte Impulse wie der plan b-Rad-Trolley oder der Rad-Ried-Tag sowie Information und Bewusstseinsbildung sind fixer Bestandteil der Agenda.

plan b: 135.000 Autokilometer pro Werktag weniger

Dank der engagierten Zusammenarbeit vieler Partner liegt die Region österreichweit im Spitzenfeld, was bewusste Mobilität anbelangt. Der Anteil der Wege als AutolenkerIn liegt hier bei 38 % statt wie in ganz Vorarlberg bei 43 %. „Das bedeutet für die Region hochgerechnet 135.000 Autokilometer pro Werktag weniger als im Vorarlbergschnitt“, berichten die Bürgermeister. Erfreulich hoch sind die Anteile der Wege der BürgerInnen zu Fuß (22 %), mit dem Fahrrad (21 %) und mit öffentlichen Verkehrsmitteln (12 %). „Die Herausforderungen in der Mobilität von Gegenwart und Zukunft können wir nur gemeinsam lösen“, sind die Gemeinden überzeugt. „Jede und jeder ist hier gefragt.“ Das bestätigen die Vertreter Markus Rusch und Walter Eberle von der Wirtschaftsregion Hofsteig: „Auch aus Sicht von Wirtschaft, Unternehmen und ArbeitnehmerInnen braucht es neue Zugänge in der Mobilität, um die Standort- und die Lebensqualität unserer Region zu erhalten.“

plan b eCarsharing-Testangebot: Anmeldung bei Gemeinde

Das aktuelle plan b-Carsharing-Testangebot bietet eine Möglichkeit dafür: NutzerInnen bezahlen lediglich 2 Euro Mietgebühr pro Stunde und 0,30 Euro pro Kilometer, Kaution und Grundgebühr fallen in der Testphase weg. Anmeldungen zu dem vom Österreichischen Klima- und Energiefonds unterstützten Testangebot sind bei der Wohngemeinde mit Führerschein und Bankdaten möglich. Im letzten Quartal ist so die Zahl der privaten Carsharing-Mitglieder in der Region von 86 auf 135 gestiegen, ein Plus von 58 %. Eine Umfrage unter den bisherigen NutzerInnen hat ergeben, dass rund 35 % der Befragten dank Carsharing ein privates Auto abschaffen konnten.

Ein durchschnittlicher Privat-PKW steht 23 Stunden pro Tag, nur etwa 4 % der Zeit ist er in Gebrauch. Im Vergleich dazu sind die 11 Elektro-Carsharing-Autos in der Region zu 28 % der Zeit gebucht. Sie stehen an neun Standorten in Bregenz, Hard, Lauterach, Schwarzach und Wolfurt. Die Buchung erfolgt per Handy und Kundenkarte, Reservierungen sind auch kurzfristig möglich.

Hohe Auszeichnung für Mobilitätsarbeit in Schulen

Zentrale Grundlagen für das persönliche Mobilitätsverhalten werden in Kindergarten und Schule geschaffen, gleichzeitig sind diese Einrichtungen auch vielfrequentierte Verkehrsknoten. Auch hier arbeiten die Gemeinden gemeinsam mit Partnern an Lösungen. Ein nächstes Beispiel aus der plan b-Region nach dem „Kinderzügle“ und dem „schoolwalker“ ist das Bregenzer Pilotprojekt „Gut-Geh-Raum“: In Schendlingen entstand der erste autofreie Raum vor einer Vorarlberger Schule. Gemeinsam mit dem von Land Vorarlberg, plan b und weiteren Partnern umgesetzten Kurzfilm „Selbständig zur Schule“ wurde der Bregenzer „Gut-Geh-Raum“ am 5. Juni in Linz zum österreich-weiten Gesamtsieger beim Energy Globe Award gekürt.

Klimawandel: Wie auch bei Hitze möglichst gut unterwegs sein?

Der Klimawandel trifft das Rheintal deutlich, unter anderem nehmen die Durchschnitts-temperaturen und die Zahl der Hitzetage markant zu. Mit Unterstützung des KLAR!-Programm des Österreichischen Klima- und Energiefonds prüfen die sechs Gemeinden in den kommenden Monaten unter anderem, wie sich die Bedingungen für Radfahrer, Fußgänger und Fahrgäste von Bus und Bahn verbessern lassen. Dazu wird ein regionales Klimawandelanpassungs-Konzept erarbeitet, für Herbst ist eine öffentliche Veranstaltung in Vorbereitung. „Da auch klimarelevante Projekte über plan b im Gang sind, ist das KLAR! Projekt eine ideale Ergänzung“, sind die Verantwortlichen überzeugt. Die Umsetzung wird in den Jahren 2020 und 2021 erfolgen. Auch in diesem Thema werden regionale Erfahrungen genutzt: Bregenz hat als erste Vorarlberger Gemeinde im Vorjahr eine kommunale Klimawandelanpassungsstrategie beschlossen.

Foto: Die VertreterInnen der plan b-Gemeinden rollen den roten Teppich für Bewusste Mobilität aus. Quelle: plan b/Stiplovsek

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